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Therapie & psychische Gesundheit·Einwilligung

Therapie-Einwilligung & Richtlinien

Ein verschlüsseltes Therapie-Einwilligungs- und Richtlinienformular — Grenzen der Schweigepflicht, Absagerichtlinie, Honorare, Kontaktpräferenzen und Unterschrift.

Das meiste an einer Therapievereinbarung ist Administration — Honorare, Fristen, Erreichbarkeit. Eine Klausel ist es nicht, und sie ist der Grund, warum das Dokument vor der ersten Sitzung unterschrieben und nicht danach abgelegt wird: jene, die festhält, was Sie offenlegen müssen und wann.

Entscheidend ist die Klausel zu den Grenzen

Die Vertraulichkeit in der Therapie ist beinahe absolut und eben nicht ganz — und in dieser Lücke entsteht der Schaden. Wer von der Meldepflicht erst in dem Moment erfährt, in dem sie ausgelöst wird, erlebt sie als Bruch der Beziehung. Wer ihr zu Beginn schriftlich zugestimmt hat, erlebt dasselbe Ereignis als Grenze, die er kannte. Nichts anderes im Dokument beeinflusst die therapeutische Arbeit so stark wie dieser eine Punkt.

Was die Schweizer Praxis offenzulegen erwartet

  • Die Meldepflicht bei Kindesmisshandlung (Art. 22 KKG)
  • Situationen mit unmittelbarer Lebensgefahr, in denen eine Sorgfaltspflicht greift
  • Die Möglichkeit, dass ein Gericht die Herausgabe von Unterlagen anordnet
  • Jede weitere Pflicht Ihres kantonalen Verbands — nachfragen statt annehmen, diese unterscheiden sich

Was die Vereinbarung abdeckt

  • Kenntnisnahme der Vertraulichkeit und ihrer rechtlichen Grenzen
  • Verständnis der Absage- und Verspätungsregelung
  • Einverständnis mit Honoraren und Zahlungsbedingungen
  • Bevorzugter Kontaktweg und Notfallkontakt
  • Einwilligung in Therapie und Datenbearbeitung
  • Digitale Unterschrift

Standardmässig verschlüsselt

Eine unterzeichnete Therapievereinbarung ist ein rechtliches und klinisches Dokument mit besonders schützenswerten Personendaten. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stellt sicher, dass nur Ihre Praxis sie lesen kann — weder E-Mail-Server noch die Plattform.


Warum die mündliche Fassung dann versagt, wenn man sie braucht

Die Richtlinien der kantonalen Psychologieverbände und der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) verlangen, Klientinnen zu Beginn der Behandlung über die Grenzen der Vertraulichkeit zu informieren und ihre Einwilligung einzuholen. Ein Gespräch erfüllt die Informationspflicht; es belegt sie nicht. Konkret wird der Unterschied in genau zwei Situationen — im Streit um eine Ausfallentschädigung und in einer Beschwerde über eine Offenlegung — und in beiden bleiben ohne Unterschrift zwei widersprechende Erinnerungen an dasselbe Gespräch.

Das stärkere Argument ist gleichwohl das klinische. Wer ab der ersten Sitzung weiss, was vertraulich ist und was nicht, was eine kurzfristige Absage kostet und wen man um zwei Uhr nachts anruft, kann sich besser auf die Arbeit einlassen. Unklarheit über den Rahmen kostet mehr, als sie spart.

Aufbewahrung — und was das Dokument wird

Eine unterzeichnete Vereinbarung ist zugleich vertraglicher Nachweis und Personendatum: Sie enthält Namen, Kontaktpräferenzen und die Kenntnisnahme sensibler Bedingungen und ist damit eine besondere Kategorie nach Art. 9 DSGVO und ein besonders schützenswertes Personendatum nach dem nDSG. Sie ist sicher aufzubewahren, nur der Therapeutin zugänglich zu halten und mindestens zehn Jahre nach Behandlungsende aufzubewahren. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung löst die Speicherfrage architektonisch — das unterzeichnete Formular wird im Browser der Klientin verschlüsselt, und Ihre Praxis besitzt den einzigen Schlüssel.

Vor der ersten Sitzung

1

Vorlage verwenden

Kopieren Sie sie in Ihr Dashboard — die Abschnitte zu Vertraulichkeit, Absagen und Einwilligung sind bereits angelegt.

2

Jeden Platzhalter ersetzen

Ihre tatsächliche Absagefrist, Ihr Honorarreglement, Ihr Vorgehen ausserhalb der Sprechzeiten. Eine generische Regelung ist nicht durchsetzbar — und bei der Meldeklausel aktiv irreführend.

3

Mit der Terminbestätigung versenden

Vor der ersten Sitzung unterschrieben, nicht während: Wer die Grenzen der Vertraulichkeit erst im Raum liest, hat keine echte Gelegenheit, sie abzulehnen.

Fragen von Therapeutinnen und Therapeuten

Wie konkret müssen die Grenzen der Vertraulichkeit sein?

Konkret genug, dass die Klientin die Situation erkennen würde, wenn sie einträte. "Die Vertraulichkeit kann gesetzlich eingeschränkt sein" sagt ihr nichts. Kindesschutzmeldung, unmittelbare Lebensgefahr und gerichtlich angeordnete Herausgabe zu benennen, gibt ihr etwas, dem sie tatsächlich zustimmen kann.

Kann ich das für Online-Therapie verwenden?

Ja, mit einer Ergänzung. Halten Sie den Telehealth-Charakter der Sitzungen fest und verweisen Sie auf Ihre Telehealth-Einwilligung, die eine eigene Vorlage ist — beide sollten vor der ersten Online-Sitzung unterschrieben sein.

Ist die unterzeichnete Vereinbarung verschlüsselt?

Ja. Sie wird vor dem Absenden im Browser der Klientin verschlüsselt, und nur Ihre Praxis besitzt den Tresorschlüssel, der sie öffnet.

Siehe unseren Anwendungsfall für Therapie- und Psychotherapiepraxen, die Vorlage zur Anmeldung von Kindern und Jugendlichen für die Arbeit mit Minderjährigen sowie unseren Leitfaden zur informierten Einwilligung im digitalen Zeitalter.