Nur in der Schweiz verfügbar

Schweizerform ist derzeit ausschliesslich für Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz verfügbar. Die Kontoerstellung aus Ihrer Region ist eingeschränkt.
Zurück zu den Vorlagen
Non-Profit·Aufnahme

Opferhilfe Aufnahmeformular

Ein sensibles, verschlusseltes Aufnahmeformular fur Schweizer Opferhilfeorganisationen — Vorfallart, aktuelle Sicherheitssituation, unmittelbarer Bedarf (Wohnen, Rechts-, Medizin-, Psychologischer Beistand), Verweisungsquelle, bevorzugte Kontaktmethode und Einwilligung zur Falldokumentation. OHG- und nDSG-konform.

Uber diese Vorlage

Diese Vorlage ist fur Schweizer Opferhilfeorganisationen (Opferhilfestellen) bestimmt, die nach dem Bundesgesetz uber die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) tatig sind. Sie bietet ein strukturiertes, verschlusseltes Aufnahmeformular fur den Erstkontakt mit Personen, die Gewalt, sexuelle Ubergriffe, Stalking, Hassverbrechen oder andere Straftaten erlitten haben. Das Formular ist auf Sensibilitat ausgelegt: Es kann von einem Berater im personlichen Gesprach oder uber einen sicheren Link selbstandig ausgefullt werden.

Jede Frage in diesem Formular wurde auf die beim Erstkontakt tatsachlich benotigten Informationen abgestimmt — unnotigerweise werden keine Daten erhoben. Der Einwilligungsblock ist OHG-konform und erklart der hilfesuchenden Person klar, wie ihre Informationen verwendet werden, wer sie sehen wird und wie lange sie aufbewahrt werden.

Was erfasst wird

  • Vorname und bevorzugter Kontaktname (nicht notwendigerweise der Rechtsname)
  • Art des Vorfalls — Gewalt, sexueller Ubergriff, Stalking, Hassverbrechen, Menschenhandel oder anderes
  • Aktuelle Sicherheitssituation — unmittelbare Risikobeurteilung
  • Unmittelbarer Bedarf — Notunterkunft, Rechtsberatung, medizinische Versorgung, psychologische Unterstutzung, finanzielle Hilfe
  • Verweisungsquelle — Polizei, Krankenhaus, Schule, Selbstverweisung, andere Organisation
  • Bevorzugte Kontaktmethode und gunstigste Kontaktzeit
  • Sprachpraferenz fur die Beratung
  • Einwilligung zur Falldokumentation gemas Schweizer OHG
  • Unterschrift oder mundliche Bestatigung

Vertraulichkeit und Schweizer OHG-Schutz

Alle Informationen, die einer anerkannten Opferhilfestelle mitgeteilt werden, sind nach Schweizer OHG Art. 4 durch das Berufsgeheimnis geschutzt. Berater unterliegen der Schweigepflicht und durfen ohne ausdruckliche Einwilligung der Person keine Informationen weitergeben, ausser zur Abwehr einer unmittelbaren Lebensgefahr. Falldossiers unterliegen den strengen nDSG-Regeln fur besondere Personendaten (Art. 5 nDSG) und mussen mit beschranktem Zugang nur fur die zustandigen Berater gespeichert werden. Opfer haben das Recht, beim Erstkontakt anonym zu bleiben.

Verwendung

1

Vorlage verwenden

Klicken Sie auf 'Vorlage verwenden', um eine Kopie in Ihrem Dashboard zu erstellen.

2

Verschlusselung aktivieren

Bevor Sie das Formular aktivieren, stellen Sie sicher, dass die Ende-zu-Ende-Verschlusselung in Ihren Kontoeinstellungen aktiviert ist. Opferdaten durfen niemals im Klartext gespeichert werden.

3

Zugang einschranken

Weisen Sie das Formular nur dem spezifischen Berater oder dem Aufnahmeteam zu. Gewahren Sie breiterem Personal keinen Zugang zu den Antworten.

4

Einfuhlsam beim Erstkontakt verwenden

Wenn Sie das Formular personlich mit einer Person ausfullen, erklaren Sie jeden Abschnitt vor dem Fragen. Falls Sie den Link aus der Ferne senden, fugen Sie eine kurze, warmherzige Begleitnachricht hinzu.


Das Schweizer Opferhilfegesetz (OHG) und seine Anforderungen

Das Schweizer OHG garantiert Opfern von Straftaten das Recht auf Schutz, Information, Beratung, finanzielle Unterstutzung und andere Hilfe, unabhangig davon, ob der Tater identifiziert oder verurteilt wurde. Anerkannte Opferhilfestellen mussen kostenlose, vertrauliche Beratung anbieten und aktiv sicherstellen, dass Opfer bei der Inanspruchnahme von Hilfe keiner sekundaren Viktimisierung ausgesetzt werden.

Ein strukturierter Aufnahmeprozess unterstutzt die OHG-Konformitat auf verschiedene Weisen: Er stellt sicher, dass die Person beim Erstkontakt uber ihre Rechte nach dem OHG informiert wird; er erstellt eine dokumentierte Aufzeichnung der Bedarfsbeurteilung; und er bietet eine Grundlage fur den Fallplan und jeglichen Antrag auf finanzielle Hilfe.

Traumainformierte Aufnahme: Grundprinzipien

  • Sicherheit zuerst: Fragen Sie vor dem Vorfall, ob die Person derzeit sicher ist. Eine Person in unmittelbarer Gefahr braucht Sicherheitsplanung, kein Papierwerk
  • Wahl und Kontrolle: Geben Sie der Person die Kontrolle uber das, was sie wann teilt. Nichts ist obligatorisch ausser dem fur die Sicherheitsbeurteilung unbedingt Erforderlichen
  • Keine Retraumatisierung: Fragen Sie nicht nach Details des Vorfalls uber das fur die Triage Notwendige hinaus
  • Einfache Sprache: Vermeiden Sie klinische oder juristische Terminologie
  • Kulturelle Sensibilitat: Fragen Sie nach Sprachpraferenz und kulturellen oder religosen Uberlegungen
  • Anonymitat beim Erstkontakt: Ermoglichen Sie Personen den Erstkontakt ohne vollstandigen Rechtsnamen

Haufig gestellte Fragen

Unterliegen Opferhilfe-Aufnahmedaten strengeren Regeln als gewohnliche personenbezogene Daten?

Ja. Daten uber kriminelle Viktimisierung, Gesundheit, psychischen Zustand und Familiensituation sind besondere Personendaten nach Art. 5 nDSG. Sie erfordern ein erhohtes Schutzniveau: strikte Zugangskontrolle, Verschlusselung und eine klare Aufbewahrungs- und Loschungsrichtlinie. Das OHG auferlegt Beratern zudem berufliche Schweigepflichten, die uber das allgemeine Datenschutzrecht hinausgehen.

Kann ein Opfer auf seine Falldaten zugreifen?

Ja. Nach dem nDSG hat jede Person das Recht, Auskunft uber ihre personenbezogenen Daten zu verlangen (Art. 25 nDSG). Opferhilfestellen mussen in der Lage sein, auf solche Anfragen zu reagieren. Das Falldossier sollte dokumentieren, welche Daten vorhanden sind, auf welcher Rechtsgrundlage und wie lange sie aufbewahrt werden.

Was, wenn die Person ihren echten Namen nicht angeben mochte?

Nach dem OHG konnen Erstkontakt und Grundberatung anonym erfolgen. Dieses Formular erhebt nur einen bevorzugten Namen und eine Kontaktmethode, die ein Pseudonym oder ein Messaging-App-Handle sein konnen. Vollstandiger Rechtsname und Adresse konnen spater benotigt werden, wenn die Person einen Antrag auf OHG-Finanzhilfe stellt, jedoch nicht bei der Aufnahme.