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Gesundheitswesen·Aufnahme

Anonyme STI-Testung Aufnahmeformular

Anonymes Sexualgesundheits- und STI-Testungs-Aufnahmeformular für Schweizer Sexualgesundheitskliniken und Testzentren. Identität ist für anonyme Tests optional. Erfasst Testarten, Symptome und Risikofaktoren gemäss nDSG und DSGVO Art. 9 Gesundheitsdaten.

Die Hürde beim STI-Test ist selten der Zugang. Es ist der Moment, in dem sich jemand den eigenen Namen an der Anfrage vorstellt. Anonymes Testen existiert, weil das Senken genau dieser Hürde Infektionen findet, die sonst unentdeckt blieben — womit die Gestaltung des Aufnahmeformulars eine Frage der öffentlichen Gesundheit ist und keine administrative.

Was das Formular fragt

  • Gewünschte Testarten (HIV, Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien, Hepatitis usw.)
  • Aktuelle Symptome oder Grund für den Test
  • Datum der letzten möglichen Exposition
  • Relevante sexualmedizinische Vorgeschichte und Risikofaktoren
  • Aktuelle Medikamente (relevant für Test und mögliche Behandlung)
  • Einwilligung in die Datenbearbeitung

Was es bewusst nicht verlangt

  • Einen Namen — Identitätsfelder sind optional, das Formular lässt sich ohne Personenidentifikatoren einreichen
  • Kontaktdaten, ausser die Person möchte Resultate zugestellt statt über einen Testcode abgeholt bekommen
  • Eine Versicherungsnummer — das Feld, das am ehesten anderswo einen Datensatz erzeugt
  • Jede Vorgeschichte, die klinisch nicht nötig ist, um das richtige Testpanel zu wählen

Vertraulichkeit ist hier das klinische Merkmal

Sexualmedizinische Daten gehören zu den sensibelsten Kategorien nach dem nDSG und Art. 9 DSGVO. Dieses Formular erhebt das Minimum für sicheres, wirksames Testen; verschlüsselte Einreichungen werden in der Schweiz gespeichert und sind nur für das betreuende klinische Team lesbar.


Welche STI in der Schweiz am häufigsten sind

Gemäss den Überwachungsdaten des BAG ist Chlamydien die am häufigsten gemeldete STI in der Schweiz, gefolgt von Gonorrhoe, Syphilis und HIV. HPV-Infektionen sind weit verbreitet, aber weitgehend undiagnostiziert, da kein Routine-Screening für alle Geschlechter besteht. Hepatitis B und C werden primär über Blut übertragen, können aber auch sexuell übertragen werden und sind Teil umfassender Panels. Gonorrhoe und Syphilis sind im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen — bei der Gonorrhoe teils getrieben durch Antibiotikaresistenz.

Wie oft getestet werden sollte

Die Häufigkeit richtet sich nach dem Risiko und nicht nach einem einheitlichen Schema. Das BAG und Organisationen wie die Aids-Hilfe Schweiz empfehlen jährliche HIV-Tests für sexuell aktive Erwachsene; alle drei bis sechs Monate bei mehreren Partnerinnen oder kondomlosem Sex; nach Möglichkeit nach jeder neuen Partnerschaft; und sofort bei Symptomen oder wenn eine Partnerin ein positives Resultat mitteilt. Wer PrEP einnimmt, sollte alle drei Monate auf HIV und STI testen.

Anonymes Testen in der Schweiz

Mehrere Kantonsspitäler, Zentren für sexuelle Gesundheit und Organisationen bieten anonyme HIV- und STI-Tests an. Anonym bedeutet, dass weder Name noch Personenidentifikator mit Probe oder Resultat verknüpft wird — stattdessen dient ein Testcode. Die von der Aids-Hilfe Schweiz betriebenen Checkpoints in den grösseren Städten bieten anonyme HIV-Schnelltests und vollständige Panels an, ebenso einzelne kantonale Angebote. Ein Aufnahmeformular mit optionalen Identitätsfeldern ist das, was einer Stelle erlaubt, anonyme und namentliche Wege zu führen, ohne zwei getrennte Prozesse zu unterhalten.

Nach einem positiven Resultat

Ein positives Resultat führt zu einer Folgekonsultation über Behandlung, Partnerinformation und allfällige weitere Abklärungen. Die meisten bakteriellen STI — Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis — sind mit Antibiotika heilbar. HIV wird antiretroviral behandelt, mit normaler Lebenserwartung und unter wirksamer Therapie ohne sexuelle Weiterübertragung (undetectable = untransmittable, U=U). Virale Infektionen wie Herpes, HPV und Hepatitis B sind behandelbar, in der Regel aber nicht heilbar.

Sexualmedizinische Daten unter dem nDSG

Sexualmedizinische Daten sind besonders schützenswerte Personendaten nach dem nDSG und Daten der besonderen Kategorie nach Art. 9 DSGVO. Leistungserbringer müssen angemessene technische und organisatorische Sicherheit umsetzen, den Zugriff auf autorisiertes klinisches Personal beschränken, über Zweck und Rechtsgrundlage informieren und nicht länger aufbewahren als nötig. Bei einem wirklich anonymen Angebot liegt die stärkste Kontrolle weiter vorne: Werden keine identifizierenden Daten erhoben, können später auch keine offengelegt, kompromittiert oder herausverlangt werden.

Einrichtung für anonyme Aufnahme

1

Vorlage verwenden

Kopieren Sie sie in Ihr Dashboard — Panelauswahl und Expositionsfragen sind bereits strukturiert angelegt.

2

Identitätsfelder optional setzen

Markieren Sie Name und Kontakt als nicht erforderlich, damit eine Einreichung gar keinen Personenidentifikator tragen muss.

3

Dort platzieren, wo die Leute sind

Ein QR-Code im Wartebereich und ein Link auf der Website erreichen unterschiedliche Menschen; Anonymität zählt am meisten für jene, die sonst nicht gekommen wären.

4

Panel vor dem Termin vorbereiten

Das klinische Team sichtet die Einreichung vorab, damit die richtigen Tests bereitstehen.

5

Den Resultatweg vorab festlegen

Sichere Nachrichtenübermittlung für Personen mit Kontaktangabe, ein Testcode für alle anderen.

Fragen, die Patientinnen und Patienten stellen

Brauche ich eine Überweisung für einen STI-Test?

Für die meisten Tests braucht es keine Überweisung. Zentren für sexuelle Gesundheit, Checkpoints und einzelne Hausarztpraxen können direkt angegangen werden — teils mit Termin, teils ohne. Die Kosten variieren: Tests können je nach Anbieter und Kanton kostenlos, vergünstigt oder kostenpflichtig sein.

Erfahren meine Hausärztin oder meine Versicherung davon?

Beim anonymen Test ist nichts mit Ihrer Identität verknüpft, also gibt es nichts weiterzugeben. Beim namentlichen Test sind Resultate Teil Ihrer Krankengeschichte und geniessen denselben Schutz wie alle Gesundheitsdaten; Ihre Versicherung hat keinen automatischen Zugriff. Die Ausnahme, die man kennen sollte, ist die Rückerstattung — wer die Kosten einreicht, erzeugt bei der Versicherung einen Datensatz. Wo das ins Gewicht fällt, vermeiden Selbstzahlung oder ein anonymes Angebot dies.

Siehe unseren Anwendungsfall für das Gesundheitswesen, unseren Leitfaden zu anonymen und pseudonymen Formularen sowie unseren Leitfaden zur Erhebung von Gesundheitsdaten in Formularen.